Wenn du für deine Bachelor- oder Masterarbeit Interviews führst, musst du die Transkription in deinen Zeitplan einrechnen. Der Aufwand wird häufig unterschätzt, gerade wenn die Bearbeitungszeit nur wenige Monate beträgt. Dieser Ratgeber fasst zusammen, welche Richtwerte Hochschulen nennen, was die Dauer beeinflusst und wie du realistisch planst.
Richtwerte für das manuelle Abtippen
Mehrere Hochschulen nennen in ihren englischsprachigen Leitfäden ähnliche Werte:
- Die Bibliothek der University of Bath schreibt: „it can take 4-7 hours to transcribe an hour of audio“, also 4 bis 7 Stunden für eine Stunde Audio (Quelle).
- Die KU Leuven schreibt: „1 hour of audio interview takes about 4-8 hours to transcribe“, also etwa 4 bis 8 Stunden für eine Stunde Interview (Quelle).
- Die Bibliothek der Claremont Colleges schreibt: „by some estimates, one hour of audio or video can take 4-9 hours to transcribe, depending on the subject, number of speakers, and audio quality“. Nach manchen Schätzungen sind es also 4 bis 9 Stunden, abhängig von Thema, Zahl der Sprecher und Tonqualität (Quelle).
Diese Angaben sind Schätzwerte. Wie lange du selbst brauchst, hängt von deiner Tippgeschwindigkeit, deiner Erfahrung und den folgenden Faktoren ab.
Was die Dauer beeinflusst
Tonqualität. Hintergrundgeräusche, ein weit entferntes Mikrofon oder eine schlechte Verbindung bei Online-Interviews erschweren das Verstehen. Du musst Stellen häufiger zurückspulen und markierst öfter etwas als unverständlich.
Anzahl der Sprecher. Ein Einzelinterview lässt sich in der Regel schneller transkribieren als ein Gruppeninterview oder eine Fokusgruppe. Bei mehreren Personen wird häufiger durcheinander gesprochen, und jede Aussage muss richtig zugeordnet werden.
Sprechweise. Schnelles Sprechen, Dialekt und viele Fachbegriffe kosten zusätzliche Zeit.
Transkriptionsregeln. Eine einfache Transkription ohne Füllwörter geht meist schneller als eine wörtliche Transkription, die jede Pause, Wiederholung und jeden Satzabbruch festhält. Auch Zeitmarken und Anonymisierung erhöhen den Aufwand.
Korrekturdurchgang. Ein Transkript ist nach dem ersten Durchgang nicht fertig. Das erneute Anhören zur Kontrolle braucht Zeit, ist für verlässliche Ergebnisse aber notwendig.
Zeit sparen: automatische Transkription mit anschließender Korrektur
Eine Transkriptionssoftware kann einen ersten Entwurf deines Interviews erstellen. Du musst dann nicht mehr jedes Wort selbst tippen, sondern prüfst und korrigierst den Text.
Dieser Schritt bleibt wichtig. Automatische Transkripte können Fehler enthalten, vor allem bei Namen, Fachbegriffen, undeutlichen Passagen und gleichzeitigem Sprechen. Hör dir die Aufnahme deshalb vollständig an, korrigiere den Text, prüfe die Sprecherzuordnung und wende deine Transkriptionsregeln an. Wie viel Zeit du dadurch sparst, hängt von deinen Aufnahmen und vom gewählten Transkriptionssystem ab.
Beispielrechnung: So viel Zeit brauchst du
Mit den Richtwerten oben kannst du deinen eigenen Aufwand abschätzen. Angenommen, du planst zehn Interviews von jeweils etwa einer Stunde:
- Die KU Leuven rechnet mit etwa 4 bis 8 Stunden Transkription pro Stunde Interview. Für zehn Stunden Interviewmaterial wären das rund 40 bis 80 Arbeitsstunden.
- Mit automatischer Transkription brauchst du weiterhin Zeit für die Kontrolle. Nutze dein erstes Interview als Test, um zu sehen, wie lange die Korrektur bei dir dauert.
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Rechner: Wie lange dauert das Abtippen bei dir?
Gib die Gesamtlänge deiner Aufnahmen ein. Der Rechner zeigt dir die Spannen der drei Hochschulen oben, auf halbe Stunden gerundet. Wenn du deine eigene Tippzeit kennst, kannst du sie zusätzlich eintragen. Der Rechner läuft nur in deinem Browser und sendet nichts.
Quellen: University of Bath, KU Leuven, Claremont Colleges Library (abgerufen am 29.10.2026). Die Werte sind Schätzungen; deine eigene Dauer kann abweichen.
Tipps für einen realistischen Zeitplan
- Transkribiere jedes Interview möglichst bald nach dem Gespräch, solange du es noch gut in Erinnerung hast.
- Nutze das erste Interview als Testlauf und miss, wie lange Transkription und Korrektur bei dir dauern.
- Plane Puffer für schlechte Aufnahmen und unerwartete Verzögerungen ein.
- Lege deine Transkriptionsregeln vorher fest, damit du fertige Transkripte nicht nachträglich überarbeiten musst.
So unterstützt dich Stillscript
Stillscript erstellt einen automatischen Rohentwurf deines Interviews, den du anschließend prüfst und korrigierst. So konzentrierst du dich auf die Kontrolle statt auf das Abtippen. Deine Aufnahmen und Transkripte bleiben auf deinem Gerät.