Wenn du Ausschnitte aus Interviews in einer Präsentation zeigen, ein Lehrvideo veröffentlichen oder eine Aufnahme leichter verständlich machen möchtest, brauchst du eine Untertiteldatei. Zwei verbreitete Textformate dafür sind SRT und VTT. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den Formaten steckt, wann sie nützlich sind und wie du von der Aufnahme zur fertigen Untertiteldatei kommst.
Was SRT und VTT sind
Beide Formate sind einfache Textdateien, die den gesprochenen Text zusammen mit Zeitangaben enthalten. Ein Video- oder Audioplayer liest die Datei und blendet jeden Textabschnitt zum passenden Zeitpunkt ein. Die Untertitel sind nicht fest ins Video eingebrannt, sondern liegen in einer eigenen Datei.
SRT (SubRip Subtitle). Laut der Formatbeschreibung der Library of Congress besteht eine SRT-Datei aus nummerierten Einträgen. Jeder Eintrag enthält eine laufende Nummer, eine Start- und Endzeit, die durch die Zeichen „-->“ getrennt sind, eine oder mehrere Textzeilen und eine Leerzeile, die das Ende des Eintrags markiert. Zeiten werden im Format Stunden:Minuten:Sekunden,Millisekunden angegeben, also zum Beispiel 00:00:00,000 (Quelle).
Ein SRT-Eintrag sieht so aus:
1
00:00:01,200 --> 00:00:04,800
Ich glaube, das Schwierigste war, die Zeit zu finden.
VTT (WebVTT, Web Video Text Tracks). WebVTT ist vom W3C spezifiziert. Laut Spezifikation dient das Format dazu, externe Texttracks für das HTML-Element <track> bereitzustellen, etwa Untertitel für Videos (Quelle). Eine WebVTT-Datei muss in UTF-8 kodiert sein und beginnt mit der Zeile „WEBVTT“. In den Zeitangaben werden Sekunden und Tausendstelsekunden durch einen Punkt getrennt, nicht durch ein Komma. Die Stundenangabe ist optional und nur nötig, wenn sie nicht null ist.
Eine kurze VTT-Datei sieht so aus:
WEBVTT
00:01.200 --> 00:04.800
Ich glaube, das Schwierigste war, die Zeit zu finden.
Die beiden Formate sind sich also sehr ähnlich. SRT ist in der Videobearbeitung und auf vielen Videoplattformen verbreitet, VTT ist das für Untertitel auf Webseiten definierte Format.
Wann du Untertiteldateien brauchst
- Präsentationen und Verteidigung der Abschlussarbeit. Wenn du Interviewausschnitte abspielst, kann dein Publikum mit Untertiteln besser folgen, besonders bei undeutlichem Ton oder in einem unruhigen Raum.
- Lehrvideos und Vorlesungsaufzeichnungen. Untertitel machen Aufnahmen leichter verständlich und durchsuchbar.
- Barrierefreiheit. Untertitel helfen gehörlosen und schwerhörigen Menschen sowie Personen, die nicht in ihrer Muttersprache zuhören. Prüfe, ob deine Hochschule eigene Vorgaben zur Barrierefreiheit hat.
- Podcasts und Videointerviews. Viele Plattformen akzeptieren SRT- oder VTT-Dateien zusätzlich zum Video.
Wenn deine Aufnahmen Forschungsteilnehmende zeigen oder enthalten, prüfe, ob deine Einwilligungserklärungen das Vorführen der Ausschnitte erlauben, und anonymisiere Namen und andere identifizierende Angaben, wo es nötig ist.
Von der Aufnahme zur Untertiteldatei: Schritt für Schritt
- Mit gutem Ton beginnen. Eine klare Aufnahme führt zu einem besseren automatischen Entwurf und weniger Korrekturarbeit.
- Ein Transkript mit Zeitangaben erstellen. Eine automatische Transkription liefert Text und Zeitangaben in einem Schritt.
- Den Text prüfen und korrigieren. Automatische Untertitel solltest du immer prüfen. Hör dir die Aufnahme an, korrigiere falsch erkannte Wörter, Namen und Fachbegriffe und entferne alles, was nicht gezeigt werden soll, etwa identifizierende Angaben.
- Das Timing prüfen. Spiel die Aufnahme mit den Untertiteln ab und achte darauf, dass jede Zeile erscheint, während sie gesprochen wird.
- Im passenden Format exportieren. Wähle SRT oder VTT, je nachdem, wo du die Datei verwendest. Benenne die Datei so, dass sie eindeutig zum Video passt.
- Die Datei testen. Lade die Untertiteldatei in den Player oder die Plattform, die du nutzen willst, und sieh dir den Ausschnitt vor der Präsentation oder Veröffentlichung einmal vollständig an.
Typische Formatfehler
- Falsches Trennzeichen. SRT verwendet vor den Millisekunden ein Komma, WebVTT einen Punkt. Wer nur die Dateiendung ändert, erhält leicht eine fehlerhafte Datei.
- Fehlende Kopfzeile „WEBVTT“. Laut W3C-Spezifikation muss eine WebVTT-Datei mit der Zeile „WEBVTT“ beginnen.
- Falsche Zeichenkodierung. WebVTT-Dateien müssen in UTF-8 kodiert sein. Bei anderen Kodierungen werden Umlaute und Sonderzeichen oft unleserlich dargestellt.
- Fehlende Leerzeilen. In SRT markiert eine Leerzeile das Ende jedes Eintrags. Fehlt sie, laufen Einträge ineinander.
- Falscher Pfeil. Start- und Endzeit müssen durch „-->“ getrennt sein, also zwei Bindestriche und eine schließende spitze Klammer.
So unterstützt dich Stillscript
Stillscript erstellt ein automatisches Transkript deiner Aufnahme, das du anschließend prüfst und korrigierst. Das Ergebnis kannst du als SRT- oder VTT-Untertitel exportieren. Deine Aufnahmen und Transkripte bleiben auf deinem Gerät. Wie bei jedem automatischen Transkript gilt: Prüfe Text und Timing, bevor du die Untertitel verwendest.